Lieb(e)voll(l)os - Die Rollenspieler (Zwischenspiel)

PerChaTem (Pt. 10c2)



Der Ausspruch "Die Unerträglichkeit des menschlichen Seins" eröffnet ohne eine Anspielung auf ein namensähnliches Werk aus dem Jahre 1984 (Milan Kundera, "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins") ein neues Kapitel mit einer Brücke zu meinen letzten Worten ("[...] deren Gedankengänge mir unerträglich erschienen"), für mich persönlich, denn zwischen jenen Zeilen und diesen (nach-)folgenden ruhen nun schon nahezu sieben Monate. Rund dreißig kurze Niederschriften verfasste ich in jener Zwischenzeit, so dass man keinesfalls von einer kreativen Schreibpause sprechen darf. Trotzdem sei mir dieser Einschub erlaubt, scheint es mir doch wichtig für die Leser zu erwähnen, gerade in Hinblick auf einen möglicherweise leicht veränderten Schreibstil. 

Lieb(e)voll(l)os - Die Rollenspieler (Denunziation)

PerChaTem (Pt. 10c1)


FAQs zur Reihe (PerChaTem) / Grundsatzfrage: Die ewige Schuldfrage und eine Flasche Liebe

"«Mahatah: Ihr habt die Uhr – wir haben die Zeit» ist ein Dokumentarfilm über die Zeit, ein Blick auf den Takt der Kulturen. Mit «Mahatah» – das arabische Wort für Bahnhof – taucht Regisseurin Sandra Gysi in die Mikrokosmen der Kopfbahnhöfe von Zürich und Kairo ein und geht der Frage nach verschiedenen Zeitwahrnehmungen und den darin innewohnenden Lebenskonzepten nach."
(Quelle: UBS Stiftungen)
Ich gestehe, ich habe den besagten Film nie gesehen, was aber wohl auf die meisten LeserInnen zutreffen wird und im Diskurs nicht notwendig erscheint. Ich war auch noch nie in Kairo, dennoch sind mir Menschen mit arabischen Wurzeln durchaus gut bekannt. Jene Bekanntschaften "tick(t)en" tatsächlich überwiegend anders, kulturell und vor allem zeitbezogen. Vor über 20 Jahren erklärte mir ein Freund eines guten Freundes aus arabischen Gefilden, dass ein Satz wie "Ich habe keine Zeit" in seinem Heimatland nicht existiert. Ein Gespräch mit einem Mensch geht immer vor einen durch und durch getakteten Tagesablauf. Damals wurde mir schlagartig klar, warum ich stets gerne mit dem Freund des Freundes die Zeit verbrachte, um mich mit ihm über Dinge zu unterhalten, die zumeist nicht tiefensinnigen Charakter hatten. Sein andersartiges Empfinden für die Zeit ergoss sich in sein unmittelbares Umfeld aus und nahm jeden in einen zeitlosen Bann auf. Raum und Zeit flossen ineinander und spielten keine Rolle mehr, so wie diesen beiden Komponenten es tatsächlich in unseren Breitengraden tun.  

Lieb(e)voll(l)os - Die Autonomen (Findungsphase)

PerChaTem (Pt. 10b2)


FAQs zur Reihe (PerChaTem) / Grundsatzfrage: Die ewige Schuldfrage und eine Flasche Liebe
Vorausgehende Artikel: Grundgerüst / Die Autonomen (Eingangsenergien)


Wahre Liebe macht Angst. Nicht für Autnoms [Erinnerung an die Eingangsenergien: der Begriff "Autonome" wird von mir im weiteren Diskurs mit "Autnom" in der Einzahl und im Plural mit "Autnoms" abgekürzt], nicht unbedingt für Selbststimulanten, aber definitiv für den großen und den Großteil all derer, die sich dem Rollenspiel hin- und/oder hergegeben haben, sei es aus freien oder andersartigen Stücken.

Lieb(e)voll(l)os - Die Autonomen (Eingangsenergien)

PerChaTem (Pt. 10b1)


GrundsatzfrageWas ist Liebe? / FAQs zur Reihe (PerChaTem)
Vorausgehende Artikel: Grundgerüst


Mit Freude werde ich die erste Gruppe vorstellen, die ich unter den Begriff "Die Autonomen" zusammenfass(t)e und im weiteren Verlauf liebevoll (ohne los) als "Autnom" (in der Einzahl) abkürze (Mehrzahl: "Autnoms"). Um vorweg ein paar Gefühle in und mit den Worten über Buchstabenzusammenfügungen Ausdruck zu verleihen, gestehe ich dem Leser eine Woge Liebe in Form von Energie ein, die über mich schwebt(e) währenddessen ich diese Zeilen verfass(t)e. Ob jene heilsame Ausstrahlung übergeht und gut für jedermann-/frau ist, das wird sich zeitgebunden ergeben.

Lieb(e)voll(l)os

PerChaTem (Pt. 10)
Grundsatzfrage: Was ist Liebe? / FAQs zur Reihe (PerChaTem)

Das Gegenteil von liebevoll ist lieblos. Hier verschwindet ein kleiner Teil, genauer gesagt ein Buchstabe während der Kompositionsphase der Wörter "Liebe" und "los". Ein Liebloser benötigt kein "e" am Ende des ersten Wortteils. Ein Liebevoller wäre ohne dieses "e" nicht vollständig. Es gibt nicht "liebvoll" und auch nicht "liebelos", oder doch? Hat mein Sammelbegriff "lieb(e)voll(l)os" nicht auch eine Existenz oder verdient er/sie/es gar überhaupt nicht und keinesfalls die Verfremdung zu einem Port[e]manteaus wie etwa "livolos"?

Die 3 Seelen - Seele #3: Urstoff, sacrilegium πού

PerChaTem (Pt. 9e4)


'Apokryphe' Artikel: Die 3 Seelen - Intermezzo apokryph + die Umleitung Die 3 Seelen - Intermezzo apokryphER

"Der vollkommene Mensch war für die Heiden die Vollkommenheit des Menschen, wie er ist;
für die Christen die Vollkommenheit des Menschen wie er nicht ist;
für die Buddhisten die Vollkommenheit eines Zustandes, in dem der Mensch nicht mehr ist.
Die Natur ist der Unterschied zwischen Seele und Gott."
(Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares) 

Ein zu Lebzeiten verkannter Mensch, 27.543 Papiere handschriftlicher Notizen in einer Truhe verwahrt - und ich ziehe dieses eine Zitat heraus, dass schon einmal erklärt, dass es einen Unterschied zwischen einer Seele (in meiner Abhandlung gleichzusetzen mit dem benannten Begriff Urstoff) und Gott geben muss. Bei Pessoa muss man vorsichtig sein, sonst verrennt man sich gewaltig in seinen Aufzeichnungen und den Aussagen die dahinter, davor oder nebendran versteckt oder offengelegt sind. Wie war das also gemeint? Ist die Natur der Unterschied oder ist der Unterschied in der Natur zu finden? Und was versteht man beziehungsweise explizit er in Form seines Heteronyms Bernardo Soares unter Natur überhaupt? Meint er die Natur des Menschen oder die gottgeschaffene Natur im Ursprung der Dinge? 

Mit diesen Gedanken wollte ich nur eine Brücke schlagen. Vor der letzten Kernfrage - dem "Wo war er" - muss ich über diese neu erschaffene Überquerung eines Hindernisses gehen. Einfacher wäre die Antwort auf eine weitaus öfter gestellte Frage zu finden: "Wo ist er jetzt?"

Ein Pantheist findet schnell die passende Formel, die er in ein Wort fasst: überall. 
Ob mein Prinzip deutlicher wird oder nicht, die Antwort wäre gleichsam identisch. In Bezug auf den Menschen steckt der adamische Funke in jedem von uns, was aber nicht die grundlegende Frage hinreichend beantwortet. Wenn man sich den Schöpfer mit Rauschebart und Ökolatschen im weißen Gewand und wellemden Haupthaar vorstellt, dann wird es deutlicher, dass hiermit keine Aufschlüsselung vollzogen wurde. Der leichte Geist könnte sich die Antwort auch einfach machen. Er führt eine Voraussetzung auf, die besagt, man solle sich doch erst mal selbst finden, ehe man andere zu deuten versucht. Doch das ist der Trugschluss jener Denke ohne darauf jetzt näher einzugehen. Denn: Vielleicht ist das Denken bei solchen Gedanken genau das, was am wenigsten einbringt, was die geringste aller Wahrheit hervorbringt.  

Wenn wir es machen wie der große Träumer es tat, als er alle Gefühle in sich einte, dann darf man anders fragen, nämlich: Wo sind wir dann? Spielt die räumliche Bestimmung eine Rolle? Vereinigt man sich materiell mit dem anderen Geschlecht wird Zeit und Raum wohl nebensächlich? Tue ich gerade das gleiche wie ein einfach gestrickter Denker, eben nur auf eine andere Art und Weise? Nicht unbedingt würde ich sagen. Ich rede nämlich über Gefühle, über Energien. "Verdenkt" man Gefühle oder Energien - versucht sie zu analysieren, einzuorten -, so verfängt man sich wieder in jenes Muster. Betrachtet man sie aber so wie sie sind, nimmt sie an und in sich auf, entsteht ein ganz anderes Bild. Und trotzdem war der Vergleich mit dem anderen Geschlecht und der Vereinigung ein schlechter, denn es geht nicht um Gefühle die durch eine materielle Manifestation entstehen. Fällt mir ein faustgroßer Stein auf den Fuß ist das ein anderes Gefühl als wenn ich versuche die energetische Schwingung eines Steins zu erfühlen. Dafür muss ich ihn nicht einmal von seinem Liegeort aufheben, nicht einmal berühren. Es reicht wenn ich das gesamte Feld um ihn herum erspüre. Solche Art von Gefühlen meine ich, diese Art der Energie. Jeder von uns spürt sie bei Menschen noch ehe er die betreffende Person anlangt. Und genau das ist es, was ich Urstoff nenne. Dafür braucht es keiner Worte, keiner Gedanken. Es ist vorhanden, überall. 

Mein Faible zur Science Fiction darf auch am Ende nicht fehlen, daher spiele ich es einmal mit einem Verweis auf einen Star Trek Film ein. Ich brauche nicht zum "Rande des Universum" auf einen Planeten namens "Sha-Ka-Ree" fliegen, um ein Wesen zu treffen, das sich als Gott ausgibt. Der Nerd in mir sagt dazu schlicht und ergreifend: George Murdock ist nicht Gott! Er ist Admiral J. P. Hanson. Und der Planet sollte eher so heißen wie er im realen Leben, na ja, vielleicht so was wie "Tscho-Mör-dog" (oder so).

Das "Wo war er" ist damit jedoch noch nicht geklärt. Ich mag auch nicht verwirren, indem ich ihm eine Existenz ohne eine fortschreitende Zeitlinie einräume. All das habe ich schon abgewickelt (Stichwort: Big Bang). Denken wir also gar nicht und fühlen dafür einfach ("nur"). Wo wird er wohl am Anfang gewesen sein? Ist die Frage nach dem "Wo" nicht irgendwie seltsam, also speziell in Bezug auf den Schöpfer? War nicht eher alles andere bei ihm, genau dort wo er war, wo auch immer das dann war? Der Umkehrschluss ist ja oben bereits erläutert worden. 

Wenn ein Aristoteles in seiner "De Anima" von "Frei- und/oder Exkursionsseelen" schrieb (sic!), so spreche ich ihm nur eines ab, womit ich auch eingangs eröffnete: er hat das alles nicht in der vollem Gänze erfahren, erfühlt, erspürt - oder im eigenen Wortlaut: "[...] er hat seine (3) Seelenteile nicht praktisch, in der Gesamtheit und losgelöst voneinander erlebt; er war eben doch ein Philosoph - oder eben ein Spekulant, je nachdem." 


Ich kann in Wort und Schrift nicht anders enden als unvollkommen. Und weil ich mit ihm anfing, ende ich auch mit einem Zitat von ihm. Und ich spreche nicht von einem Schüler eines Schülers eines großen Meisters seiner Zeit und Zunft. Daher ende ich nicht mit ihm. 

"Ich staune stets, wenn ich etwas zu Ende bringe. Ich staune und bin deprimiert. Mein Sinn für Vollkommenheit müßte mir jedes Zuendebringen verbieten; er müßte mir sogar verbieten, etwas in Angriff zu nehmen. Doch dann denke ich nicht daran und mache mich ans Werk. Was ich zustande bringe, ist nicht das Ergebnis eines Willensaktes, sondern einer Willensschwäche. Ich beginne, weil mir die Kraft zum Denken fehlt; ich führe zu Ende, weil mir der Mut zum Aufhören fehlt. Dieses Buch ist meine Feigheit.*"
(Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares)

* alle gesammelten Schriften zum gesamten Prinzip erscheinen irgendwann mal in einem Buch namens Menschentod (2 in 1 + 2 in 1²).

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